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Die altmodische zeitgenössische Musik
Kompositions- & Bearbeitungsgrundsätze von Miklós Klajn
Diese Beschreibung, für alle produzierenden Künstler wohl eine Alptraum, ist nichts anderes als die Konsequenz der obersten Maxime meines gesamten produktiven Schaffens:
Was du nicht willst, daß man dir tut, das füg´ auch keinem Anderen zu!
Übersetzt heißt es nicht mehr und nicht weniger, als daß ich nie etwas schreiben werde, was ich nicht selbst aufführen würde! Als reproduzierender Künstler nehme ich, nach einschlägiger Erfahrungen, ausdrücklich Abstand von der Zeitgenössischen Musik, die heute als "modern" bezeichnet wird. Dazu gehört:
1. alles, was eine Legende benötigt, um gelesen zu werden und nicht mit herkömmlicher Notenschrift geschrieben wird;
2. alles, was kein einigermaßen erkennbares Tonalzentrum hat, wie z.B. Zwölftonmusik;
3. alles, wofür man einen Taschenrechner oder eine Stopuhr benötigt, um den Zeitablauf (Rhythmus) zu entziffern.
Alle Werke, die ich komponiere, bearbeite oder arrangiere, sind mit klassischer Notenschrift niedergeschrieben und haben eine klare rhythmische sowie harmonische Struktur. Dabei habe ich immer das Publikum und den/die Interpreten (in der Reihenfolge) vor Augen. Kritiker interessieren mich herzlich wenig!
Bei der Komposition, Bearbeitung oder dem Arrangement eines Werkes sind zwei Punkte von übergeordneter Bedeutung, die stets in ihrem Verhältnis zueinander stimmig sein müssen:
- die Wirkung auf das Publikum
- der vokal- und instrumentaltechnische Aufwand des/der Interpreten.
Und so gibt es aus der Sicht des Publikums nur zwei Arten der Musik: die wirkungsvolle, gute und die wirkungslose, schlechte Musik. Der Publikumseindruck entsteht völlig unabhängig vom technischen Schwierigkeitsgrad eines Werkes. Daraus folgt, daß die einfachsten Kinderstücke in ihren Möglichkeiten auf das Publikum wirksam sein können, ich meine sogar, müssen.
Eine weitere Unterteilung meiner Arbeit entsteht nach Schwierigkeitsgrad für aufführende Interpreten. Dabei unterscheide ich nach Lehrstücken - der pädagogischen Arbeit zugewandte Werke, welche die musikalische Seite aber nicht vernachlässigen - und Profi-Werken - der gehobenen künstlerischen Arbeit zugewandte Werke, welche die "unbegrenzten" Fähigkeiten der Profi-Musiker fordert, und auf technische Schwächen keine Rücksicht nehmen darf, um seine volle Wirkung beim Publikum zu erzielen.
Zu den Lehrstücken zählen die Kinderkonzerte, einige kammermusikalische Werke, die Reihe Weihnachtsklimmbimm u.v.a. Zu den Profi-Werken zählt der größte Teil der Arrangements für Streichquartett, das große Klavierkonzert in C, das mörderische Cellokonzert Ja, die Liebe, das Stabat Mater u.v.a. Die Werkbeschreibungen weisen auf den jeweiligen Status hin.
Besonderen Status haben letztlich noch solche Werke, wie das Kinder-Ballett Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern oder die Klavierauszüge der Kinderkonzerte. Das Ballett ist für Ballett-Schüler gedacht, die ein größeres Werk zwar mit einem kleinen, kostengünstigeren, aber nicht minder professionellen Pianisten aufführen können...
Die Grenze zwischen Lehrstücken und Profi-Musik ist recht durchlässig und damit dehnbar. So finden Sie unter den Profi-Werken auch Stücke, welche die noch Lernenden bereits spielen können. Die umgekehrte Situation ist ebenfalls möglich, wenn auch nicht unbedingt sinnvoll. Noch zu erwähnen ist, daß meine Vorliebe auf dem Gebiet der Kompositionstechniken der Polyphonie gilt. Sie ist in meinen Werken in kürzeren Abschnitten oder im gesamten Werk fast überall anzutreffen.
Diese Zeilen möchten Ihnen eindeutige Hinweise auf die Grundkonzeption der hier angebotenen Werke geben. Wie mir auch das bisherige Feedback der Musiker zeigt, sind in meinen Werken keine bösen Überraschungen enthalten, die auf einen Mangel an gutem Geschmack hinweisen. Vielmehr tritt bei befreundeten Musiklehrern ein begeistertes Lächeln ins Gesicht, weil sie pädagogisch wertvolle Werke erhalten, die ihnen bislang fehlten. Die Kinderkonzerte erfreuen sich wachsender Beliebtheit, nachdem das erste Kinderkonzert (für Klavier) mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Meine Freunde aus dem heimatlichen Streichquartett (alle spielen im Orchester des landesgrößten Opernhauses) berichten, daß sie von der Qualität der Arrangements begeistert sind, auch wenn sie für manche Griffe wirklich üben müssen...
In der Hoffnung sie neugierig gemacht und zum Ausprobieren ermuntert zu haben, verbleibe ich mit herzlichen Grüßen
Ihr
Miklós Klajn
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